Dachverpachtung und Dorfauto

Die CDU-Kommunalpolitiker im Blauen Ländchen unterstützen die Arbeit der Energiegenossenschaft-Oberes-Mühlbachtal: „Klimaschutz geht uns alle an.“

Dachverpachtung und Dorfauto

CDU unterstützt Energiegenossenschaft im Blauen Ländchen

Rhein-Lahn/VG Nastätten. „Klimaschutz geht alle an, denn jeder einzelne kann einen Teil dazu beitragen, um der globalen Erderwärmung entgegenzuwirken. Die Idee und das hohe persönliche Engagement, das sich hinter der Energiegenossenschaft-Oberes-Mühlbachtal verbirgt, ist beeindruckend“, sagt Norbert Hißnauer, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat der Verbandsgemeinde Nastätten. Bei einem Gespräch in Strüth informierten sich Vorstand und Fraktion der CDU aus dem Blauen Ländchen über die Arbeit der noch jungen Energiegenossenschaft (Egom). Ziel von Egom ist es, durch innovative lokale Maßnahmen ein Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen zu setzen oder Alternativen zur herkömmlichen Energienutzung und –erzeugung aufzuzeigen. Bürger können mitmachen, indem sie Genossenschaftsanteile erwerben oder ihre Dachfläche zur Nutzung der Photovoltaik bereitstellen. Bald soll man auch Elektrofahrzeuge mieten können.

„Egom fördert die Produktion von Energie vor Ort, also dort wo sie gebraucht wird“, erklärt Aufsichtsratvorsitzender Dr. Klaus Birker. Die regionale Wertschöpfung führt zur Verringerung teurer Energieimporte und unterstützt gleichzeitig ansässige Handwerker, die die Anlagen bauen. Das Fernziel einer zukunftsfähigen Energiepolitik lautet, dass sämtliche konventionellen Großkraftwerke, die bisher noch mit atomaren oder fossilen Brennstoffen arbeiten, durch erneuerbare Energien ersetzt werden. „Das wird man nur erreichen, wenn bereits heute konsequent alle sich bietenden Möglichkeiten zur Ressourcenschonung genutzt werden. Politik, Industrie und Privathaushalte sind gleichermaßen gefordert“, weiß Hißnauer.
Oft verhindern jedoch bürokratische Hürden und die zunächst hohen Investitionskosten den tatsächlichen Wechsel zu einer zeitgemäßen Art der Energieversorgung. Da setzt Egom an: Die Genossenschaft pachtet geeignete Dachflächen auf Häusern ihrer Mitglieder und errichtet darauf eine Anlage zur Nutzung von Sonnenenergie. Den organisatorischen und finanziellen Aufwand zum Bau der Anlage übernimmt die Genossenschaft, genauso wie den Vertrieb des erzeugten Stroms auf dem Energiemarkt. Der Hausbesitzer trägt kein unternehmerisches Risiko und kann als Gegenleistung sogar vergünstigten Öko-Strom beziehen. Im nächsten Schritt will Egom ein Elektrofahrzeug als „Dorfauto“ in Strüth bereitstellen, welches Bürger mieten können, um unabhängig von Busfahrplänen beispielsweise Arztfahrten oder Besorgungen in der Umgebung erledigen zu können. „Nicht jeder braucht ein eigenen Auto, wenn er nur sehr selten damit fährt“, ist Birker überzeugt.
Die CDU Kommunalpolitiker sind sich einig, dass insbesondere die genossenschaftliche Organisationsform ein beispielhaftes Modell für ähnliche Projekte ist, da sie ein hohes Maß an Mitbestimmung der Mitglieder gewährleistet. Das sei wichtig, denn im Gegensatz zu Mitbewerbern auf dem Energiemarkt stehe nicht die schnelle Gewinnmaximierung im Vordergrund. Es gehe vielmehr darum, aus innerer Überzeugung, mit Herzblut und auch langem Atem einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Eine Genossenschaft lebt von ihren Mitgliedern, deshalb wirbt Birker: „Auch wenn wir das `Obere-Mühlbachtal` im Namen tragen, so sehen wir unser Operationsgebiet durchaus im gesamten Blauen-Ländchen und auch darüber hinaus. Wer mitmachen will, ist gerne Willkommen.“
„Die Politik muss vergleichbare mutige Projekte fördern und auch intensiv im Genehmigungsverfahren begleiten. Energieeinsparung und Klimaschutz gehören zu den bedeutendsten gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft und müssen deshalb immer wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Als Ergänzung zu den bereits bestehenden Einzelmaßnahmen brauchen wir eine strategische Ausrichtung“, fordert CDU-Fraktionschef Hißnauer. Im vergangenen Jahr schlugen die Christdemokraten daher vor, ein Klimaschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Nastätten zu entwickeln, welches aktuell in den politischen Gremien beraten wird. Das Konzept soll Energie- und CO2-Bilanzierung, Potenzialanalysen, Maßnahmenkataloge und Kennzahlen zum Controlling enthalten. „Wir wollen kein Konzept für die Schublade, sondern eine umfassende Datengrundlage als Arbeitsleitfaden für das Gebiet der gesamten Verbandsgemeinde“, so der CDU-Fraktionschef.

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