Europa: Erfolgs- oder Auslaufmodell?

Europa-Kandidat Ralf Seekatz fand in Nastätten aufmerksame Zuhörer.

Nastätten. Europa-Kandidat Ralf Seekatz MdL stellte sich erstmals im Blauen Ländchen vor, eingeladen vom Gemeindeverband und vom Kreisverband der CDU. Im Bürgerhaus begrüßte Kreisvorsitzender Matthias Lammert MdL seinen Landtagskollegen, der als Stadtbürgermeister von Westerburg und in mehreren kommunalpolitischen Gremien Erfahrungen sammeln konnte. Die Europäische Union habe dem Kontinent die längste Friedensperiode ihrer wechselvollen Geschichte gebracht.

Ralf Seekatz erwies sich schon bald nach seiner Vorstellung als gestandener Kommunal- und Landespolitiker, der auch in Brüssel seinen Mann stehen kann. Die Europäische Union stehe vor gewaltigen Herausforderungen wie Klimawandel, Kriminalität und Brexit, der zwar für Britannien von immenser Bedeutung sei, von den „Global Playern“ wie China aber eher als Nebensache behandelt werde. Seekatz plädierte energisch für eine Stärkung des ländlichen Raumes und der Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft. Wenn die EU manches überreglementiere, so sei dies nicht zuletzt ein Resultat deutscher Regelungswut. Dass 160 Europaabgeordnete die Europäische Union abschaffen wollen, sei ein Alarmzeichen; es gelte, die bürgerliche Mehrheit im Europaparlament zu stärken.

Bürgermeister Jens Güllering moderierte den anschließenden lebhaften Meinungsaustausch. Es wurde rasch deutlich, welche Bedeutung man dem Spracherwerb bei der Integration von Ausländern beimisst. In Ghettos entstehen Parallelgesellschaften. Deshalb forderte der Kandidat in aller Deutlichkeit, Ausländer sollten die Sprache erlernen oder die Bundesrepublik verlassen. Man kritisierte gemeinsam, dass die Agrarfördermittel der EU nur zu 20 % in mittelständische Betriebe fließe.

Der in einem Handwerksbetrieb aufgewachsene Abgeordnete schilderte die Arbeit des Europaausschusses im Landtag, der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördere. Die wirtschaftliche Entwicklung werde zunehmend behindert durch den Fachkräftemangel, obwohl das Handwerk durchaus wieder einen „goldenen Boden“ habe. Von der Europapolitik forderte Seekatz, man müsse endlich weg von der viele Fortschritte blockierenden Einstimmigkeit. – Die fruchtbare Aussprache beendete CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Klaus Brand mit einem herzlichen Dank an den Kandidaten, der mit seinen Vorstellungen „gut ankam“.  (tt)

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